Man glaubt es ja nicht, wenn man nicht mit eigenen Augen gesehen hat, wie die Finnen feiern! Deshalb ließen wir uns gestern mitreißen zur großen Welcome Party für alle Austauschstudenten und Erstsemestler der Metropolia. Zuerst wurde im Stadtpark vorgeglüht. Die Finnen sind ja schmerzfrei und setzen sich bei 14°C mit T-Shirts in den Park. Ich hingegen habe schon das Zwiebelsystem angewendet und bin rumgelaufen wie ein kleiner Sumo. Ein bisschen wie Sumos sahen auch die Erstsemestler aus. Die tragen traditionell Arbeiter-Overalls in verschiedenen Farben - je nach Studiengang. Diese sind dafür da um richtig hart Party zu machen und die guten Klamotten zu schonen. Na dann kann ja nichts schief gehen. Und wenn sich Finnen so richtig abschießen, dann ist es eine ganz normale Angelegenheit, dass Mädels kotzend irgendwo in der Ecke hängen oder jemand sich einfach auf den Bürgersteig legt und schläft. Möchte nicht wissen, wieviele dabei im Winter erfrieren.
Cristina und ich haben uns eine Flasche des billigsten Vodkas für 15,70 Euro gegönnt und in eine kleine Flasche abgefüllt. So konnten wir im Club Cola bestellen und uns unsere eigenen Getränke mixen. Fernando hatte einen Flachmann mit Rum, aber der hat genauso scheußlich geschmeckt. Aber egal. Hopp hopp rinn in Kopp. ;-) Hier lernt man Anspruchslosigkeit.
Als alle einen angemessenen Pegel erreicht hatten, haben wir uns auf den Weg in den KY Club gemacht. Wir haben den ganzen Abend durchgetanzt und uns über die Fashionvictims vo n Helsinki amüsiert.
Ich verweise hier mal dezent auf dieses Foto. Glücklicherweise kommt man hier als Frau noch ganz gut durch den Abend, weil sich die meisten Nationen doch als wahre Gentlemen entpuppen und die Getränke spendieren. Wir haben dann den letzten Zug nach Leppävaara genommen. Ist immer ein bisschen doof. Die Züge fahren zwischen 3:45 und 5 nicht und die Nachtbusse kosten 6 Euro pro Strecke. Das möchte natürlich keiner zahlen. Ich habe im Club einen Spanier kennengelernt, der seit drei Jahren in Finnland ist und er hat eine deutsche Freundin, die ebenfalls nach ihrem Ersamusjahr hier geblieben ist. Na und? denkt ihr jetzt... aber das lustige ist, dass sie aus Cottbus besser gesagt Kiekebusch kommt. Die Welt ist doch echt ein Dorf oder wie die Spanier sagen: "die Welt ist nur ein Taschentuch".
Zu Hause hat uns dann noch der Hunger überfallen und wir haben noch
Pizza bei meinen Nachbarn Fernando und
Akos gegessen. Auch wenn etwas verbrannt hat sie ihren Zweck erfüllt. Heut morgen bin ich natürlich mit nem Schädel von dem Billigfusel aufgewacht. Brauche dringend Siesta - das hab ich von meinen spanischen Freunden gelernt.
Es ist toll so viele verschiedene Kulturen kennenzulernen. Jeder tanzt anders, kocht andere Gerichte, hat andere Einstellungen zu Pünktlichkeit und Ehrlichkeit (die Spanier versuchen immer schwarz zu fahren und die Klofrau nicht zu bezahlen, nehmen die Beine in die Hand und rennen einfach was das Zeug hält).
Jetzt wollen wir uns auf den Weg nach Suomenlinna, die Festungsinsel vor Helsinki machen. Man muss trockenes Wetter hier intensiv nutzen!
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