Letzten Donnerstag war es endlich soweit! Adam, Flo, Cris, Ákos, Max, David und meine Wenigkeit haben die langersehnte Reise ins wahre Finnland – nach Lappland – angetreten. Per Over-night-express ging es Donnerstag abend richtung Rovaniemi, die Hauptstadt Lapplands. Nach 13 Stunden kamen wir mehr oder weniger ausgeschlafen pünktlich zur Morgendämmerung um 9:30 Uhr im verschneiten Lappland an. Am Ende unseres Urlaubs war der Tag bereits eine halbe Stunde kürzer. Die Sonne ging somit um 9:55 Uhr auf und um 14:19 Uhr unter. Macht eine Tageslänge von 4 h 23 min. Absolut beeindruckend. Muss man aber nicht ein Leben lang haben.
9:30 Uhr
12:00 Uhr
16:00 Uhr Unser 12-Personen Haus war ein Traum und natürlich groß genug für 7 Leute. es gab drei Schlafzimmer ein großes Wohnzimmer mit 4 Betten, ein Kaminzimmer, zwei Badezimmer, große Küche und natürlich eine Sauna. Die hat man aber leider nur auf ca 85°C bringen können. Somit etwas zu kalt um sich danach im Schnee zu wälzen, selbst wenn man alle 3 Minuten Wasser auf den Ofen wirft.
Am Samstag sind wir direkt in das 4 Kilometer entfernte Weihnachtsmanndorf gewandert. Mitten durch den verschneiten Winterwald. Durch den Schnee und die Reflektion des Lichts war es aber relativ hell für einen finnischen Wald. Kurz vor unserer Ankunft wurden wir von einem
Feuerwerk begrüßt. Das Weihnachtsmanndorf liegt genau auf dem Polarkreis (finnisch: Napapiiri), der durch eine blaue Linie in einigen Metern Höhe dargestellt ist, ist natürlich mehr oder weniger Kommerz pur, denn es ist ein Paradies für Kinder, aber eine Hölle für Eltern. Ein Foto mit dem Weihnachtsmann kostet 28 Euro.
Wir haben uns ein gemeinsames gegönnt, denn eigene Fotos schießen ist verboten. Trotzdem ist es schon irgendwie ein bezaubernder Ort. Alles ist gemütlich beleuchtet und es kommt so richtig weihnachtliche Stimmung auf.
Rovaniemi an sich ist in einem Tag abgegrast. Da die Stadt im zweiten Weltkrieg vollständig niedergebrannt wurde, gibt es architektonisch nichts zu sehen. Selbst die Kirche, die der größten Gemeinde Finnlands gehört ist ziemlich... schlicht. Nennenswert ist der Lordi's Square (lordin aukio), der nach den finnischen Rock-Monstern benannt wurde. Es ist der mittelpunkt der Stadt und eine der Touristenattraktionen - gibt aber auch hier nichts zu sehen. :) Also schnell noch was einkaufen, die verderblichen Sachen im Schnee vergraben und dann ab ins Arktikum – ein schönes "Museum" über das Leben in Lapplan. Dort findet man allerhand Interaktivitäten und ausgestofte Tiere wie Wölfe, Lemminge, Elche, Polarfüchse, Rentiere, Bären und verschiedene Vogelarten des Nordens. Eine nette Idee ist die Projektion der Nordlichter in einer Art Kino-Schlafsaal.
Ein weiteres Highlight des Trips war unsere Snow-Scooter-Safari, die dank Cristina Verhandlungsgeschick für einen super Preis zu haben war. Zu zweit haben wir uns die Fahrzeuge gemietet und nach der Hälfte der Strecke getauscht. Ein Mordsgaudi sag ich euch.
An unserem letzten Tag haben wir uns für 90 cent (endlich mal was billiges in Finnland gefunden) solche Arschrutscher-Pads gekauft und sind damit zum Skigebiet gefahren. Da die Pisten dort erst um 15 Uhr aufmachen, konnten wir sie solange als Rodelbahn nutzen. Lange hält man das aber nicht durch, denn immerzu die Berge hochlaufen ist schon bissel anstrengend. Und nass waren wir auch recht bald. Ganz zu schweigen von den blauen Flecken überall. Abends haben es Flo, Adam, Ákos, Cris und ich uns nicht nehmen lassen, den Studenten aus Rovaniemi mal zu zeigen, wie Helsinki feiert! Leider waren wir die ersten im Club und anfangs ziemlich angenervt. Das hochgepriesene 1-Euro-Bier war ungenießbar und so sind wir auf Cider-Blubber-Brause für 2,50 Euro umgestiegen. Später wurde der Club noch recht voll, auch mit Finnen, was nicht so häufig ist. Meist scheiden sich die Geister zwischen finnischer und europäischer Musik. Leider kam Ákos nicht mit uns nach Hause. Er zog es vor sich ein Rovaniemi-Wohnheimzimmer einer deutschen "anzugucken".
Die 9-stündige Rückfahrt am nächsten Tag hat sich angefühlt wie 2 Tage. Leider hatten wir auch eigentlich keine gültigen Tickets, weil der Verkäufer irgendwas falsch verstanden hat. Wurde aber trotzdem abgestempelt. Nette Finnen! :)
Alle Fotos vom Trip hier. Und hier gibts nun noch ein kleines Video, das Maxime gemacht hat.
Einen schönen 2. Advent wünsche ich!